Rechtsprechungstheorie : Richterliche Rechtsanwendung und Kohärenz

  • Das juristische Alltagsverständnis von der Aufgabe der Gesetzesanwendung ist nach wie vor geprägt von der rechtspositivistischen Vorstellung, es gelte nur, das Recht, das in den Rechtstexten enthalten sei, aus diesen herauszupräparieren, da dort die Entscheidung jedes einzelnen Rechtsfalls im Prinzip bereits vorweggenommen sei. Durch 'richtige' Auslegung 'finde' man das richtige Recht und könne es dann 'anwenden'. Kritik an dieser Vorstellung vom bloßen Auffinden und Anwenden des Rechts erfolgte erstmals in den fünfziger Jahren, als man sich auf die klassische Rhetorik als eine Argumentationstheorie zurückbesann, mit der sich präziser als mit traditioneller Semantik oder Logik begreifen lässt, was vor sich geht, wenn Juristen Entscheidungen fällen. Die Beiträge des Bandes untersuchen die pragmatische Seite der juristischen Argumentation, z. B. den Aufbau einer Gerichtsrede oder bestimmte persuasive Techniken, mit dem Instrumentarium der modernen Kommunikations- und Sprechakttheorie.

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Metadaten
Author:Hans-Joachim Strauch
URN:urn:nbn:de:kobv:b4-opus-21198
ISBN:3-11-018398-6
Document Type:Article
Language:German
Date of Publication (online):2011/10/17
Release Date:2011/10/17
Tag:Rechtssprache
GND Keyword:Rechtswissenschaft
Source:Lerch, Kent D. (Hrsg.): Recht verhandeln : Argumentieren, Begründen und Entscheiden im Diskurs des Rechts (Die Sprache des Rechts ; 2). Berlin, S. 479-519
Institutes:BBAW / Interdisziplinäre Arbeitsgruppe Sprache des Rechts, Vermitteln, Verstehen, Verwechseln
Dewey Decimal Classification:3 Sozialwissenschaften / 34 Recht / 340 Recht
collections:BBAW / Materialien der Interdisziplinären Arbeitsgruppen und Initiativen / Die Sprache des Rechts : Studien der interdisziplinären Arbeitsgruppe Sprache des Rechts / Band 2 : Recht verhandeln